Land und Leute

 

 

aalglatt hakt nach:

Buddelei in der Georginenstraße

6. August Vor rund vier Wochen erhitzten sich nicht nur die Gemüter der Warnemünder, die in der Nähe der Georginenstraße wohnen. Auf dem Abschnitt, der zum Strom führt, wurden großflächig nagelneue Pflastersteine aufgenommen, Kabel verlegt, obwohl die Straße gerade vor zwei Jahren zu einer sehr ansprechenden Fußgängerzone umgestaltet worden war.

Die Frage: Wer bezahlt die neuerliche Aufbuddelei?  Macht es die Stadtverwaltung für den neuen Betreiber der Gaststätte, also wir, die Steuerzahler?

aalglatt hakte natürlich nach und erhielt u.a. diese Antwort: Der Betreiber der neuen Broiler-Bar in der Georginenstraße hat bei den Stadtwerken Rostock AG einen Antrag auf einen Stromanschluss gestellt.
Der jetzt angezeigte Bedarf war zum Zeitpunkt der Ausführung des Umbaus der Georginenstraße weder den Stadtwerken Rostock AG noch dem Tiefbauamt bekannt. Dieser hätte zum Zeitpunkt des Umbaus durch den Betreiber angemeldet werden müssen, dann hätten die Stadtwerke Rostock AG und das Tiefbauamt die Leistungen im Rahmen der Bauausführung korrigieren können. Von einer schlechten Planung seitens des Tiefbauamtes  kann hier nicht die Rede sein... Die Kosten für die Herstellung werden nicht durch die Hanse-und Universitätsstadt Rostock, dem Tiefbauamt, getragen.  Die Stadtverwaltung ist hier im Rahmen der Sondernutzung (Tiefbauamt) und Verkehrssicherung (Amt für Mobilität) tätig. Für die Verlegung des Stromkabels ist der Versorgungsträger, hier die Stadtwerke Rostock AG, zuständig, nicht die Stadtverwaltung.

Bleibt die Frage von juristischen Laien:  .. und die Stadtwerke legen ihre Kosten für die vierwöchigen Schachtungs-, Verlegungs- und Pflasterarbeiten an alle ihre Stromkunden solidarisch um?
Monika Kadner

Schau "200 Jahre Seebad Warnemünde" nur noch zehn Tage

4. August: Auf Hochtouren laufen im Heimatmuseum Warnemünde die Vorbereitungen für eine neue Sonderausstellung, die den 125. Geburtstag des Leuchtturms in den Fokus stellt. Eröffnet wird diese zum Hoffest am 3. September, wo ausschließlich Mitglieder des Museumsvereins und geladene Freunde des Heimatmuseums dabei sein werden. Bevor die neue Schau also ab 4. September für die Öffentlichkeit zugänglich ist, haben Interessenten nun nur noch wenige Tage bis zum 14. August die Möglichkeit, die derzeitige Sonder-Exposition „200 Jahre Seebad Warnemünde“ in Augenschein zu nehmen. „Dann beginnen wir sofort mit dem Abbau. Viele Schaustücke wandern dann wieder ins Depot, andere gehen an die Eigentümer zurück. Wer sich für die Geschichte des Seebades sowie für Strand-Utensilien und Souvenirs aus vergangenen Zeiten interessiert, der sollte die vorerst letzte Gelegenheit nutzen. Vielleicht gibt es für den einen oder anderen bei einem Besuch der Schau sogar ein Wiedersehen mit einer Dreieck-Badehosen aus DDR-Zeiten. Manche Erinnerungen werden da garantiert wach“, vermutet Christoph Wegner. Wie der Museumsleiter sagt, haben einige Tausend Besucher sich über die 200jährige Geschichte des Seebades informiert und sich im Gästebuch lobend und begeistert geäußert. „Wie groß das Interesse ist beweist auch die Tatsache, dass eine Begleit-Broschüre innerhalb kürzester Zeit ausverkauft war.“ In dieser blättern können an der Geschichte des Seebads Interessierte jedoch weiterhin auf der Internet-Seite des Heimatmuseums/ Sonderausstellungen.  Sabine Schubert

 

 

Werner Kreuscher und Gabi K├Âbbert vom Museumsverein bl├Ąttern im G├Ąstebuch zur Sonderausstellung "200 Jahre Seebad Warnem├╝nde". Foto: susa

Schnatermann-Anleger: Odyssee geht zu Ende

3. August:  Eine Odyssee scheint sich dem Ende zu neigen.  Rostocker und Warnemünder Luftschnapper können sehr bald wieder Ausflüge per Schiff zum Schnatermann einplanen. Bereits 2019 hatte die Stadtverwaltung erkannt, dass für ein sicheres An-und Ablegen Wasserbauer im kleinen Naturhafen gefragt sind. Man sprach von fünf Millionen Euro, die für eine grundhafte Sanierung des Hafens auf Initiative des Gehlsdorfer Ortsbeirates, in  dessen Obliegenheit dieses Stückchen Heide gehört, in den Stadthaushalt eingestellt werden sollten.

Am 1. Januar 2021 dann das strikte Verbot des Hafenamtes - kein Schiff  darf hier mehr anlegen. Die Saison 2021 verging. Das Jahr 2022 kam. Die halbe Saison ist schon vorbei. Nun endlich informiert uns Viola Hackenbeck  vom Wasserstraßen-und Schifffahrtsamt Ostsee, dass die Genehmigungsverfahren abgeschlossen sind und auch die Abnahme und Prüfung durch das WSA Ostsee erfolgt ist. Sie schreibt: “Somit kann der Steg am Schnatermann wieder genutzt werden.“

Reeder Reinhard Kammel, der mit seinem Schaufelraddampfer hier sehr gerne Station machte auf seiner Fahrt nach Markgrafenheide durch den Radelkanal, wird zügig mit den Rostocker Hafenbehörden in Kontakt treten, damit möglichst noch im August  das Ein – und Aussteigen für Passagiere möglich ist. Monika Kadner

Nachsatz:  Die Rostocker Stadtverwaltung hat umgehend reagiert! Am 10.August wird es vor Ort am neuen Anleger des Schnatermannes ein Treffen mit allen Verantwortlichen, natürlich auch mit dem Reeder und dem Hafenkapitän, geben. Prima!

  

Mit 3400 Ps und 22 Knoten auf Rettungskurs

3. August: Mario Lange ist der Neue. 20 Jahre  geht der ehemalige Hochseefischer hier am Alten Strom zwar bereits über die Gangway auf „seine Arkona“. Nun wählten ihn seine Crew-Mitglieder zu ihrem 1.Vormann, nachdem Karsten Wassner, ehemaliger 1.Vormann und jetzt im wohlverdienten Ruhestand, ihm das Ruder auf der Brücke des  Seenotkreuzers übergeben hat.

1.Vormann – vergleichbar mit dem Titel eines Kapitäns – ist Mario neben der Schiffsführung gleichzeitig ab 1.Juli Stationsleiter in Warnemünde und voll verantwortlich für alle stationsbezogenen organisatorischen Dinge. Mann für Alles. Immer für sein Schiff und die Besatzung erreichbar!

„Im Juli fehlten uns plötzlich drei Leute, die sich ebenfalls für den Ruhestand entschieden hatten. Drei junge Fahrensleute kamen. Nun müssen wir uns alle erst mal aneinander gewöhnen, müssen hören, ob es den neuen Mannschaftsmitgliedern gefällt, denn wir sind ja 14 Tage auf engstem Raum zusammen. Im Rettungseinsatz muss sich jeder blind auf den anderen verlassen können.“

Das Ablegen zum Rettungseinsatz kommt in Warnemünde über Telefon von der Rettungsleitstelle See der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in Bremen, von der Verkehrsleitzentrale auf der Hohen Düne oder über den UKW Kanal 16. Positionsangaben sind dann wichtig, was an Bord des Schiffes passiert ist, wie viele Personen verletzt sind,  ob Wassereinbruch gesichtet wurde oder gar Feuer.

„Ich nehme dann die Brille hoch, lege den Hebel auf den Tisch. Bringe mit unseren drei Maschinen, die 3400 PS unter der Haube haben und mit bis zu 22 - 23 Knoten die Wellen brechen, unser 110 Tonnen schweres Schiff, das mit modernster Technik voll gespickt ist, in See und zum Unglücksort. Schon auf der Fahrt dorthin, bereiten wir alles vor, damit auf der Rettungsposition dann keine Sekunde vergeudet wird.“

Das hat die Besatzung der „Arkona“ in diesem Jahr schon bewiesen. 45 Einsätze ist sie erfolgreich gefahren. So haben die Seenotretter beispielsweise Kranke von der AIDA mar sowie einer Fähre abgeborgen; und erst gestern einen Yet Ski Fahrer auf den Steinen der Ostmole, dessen Leine sich im Propeller vertüddert hatte.

Schichtwechsel nach 14 Tagen Wache steht aber auch für den 1. Vormann an,  wie auch für jeden anderen der jeweils zwei Nautiker und zwei Maschinisten in einer Schicht. Was dann?  Wenn nicht gerade eine eigene Weiterbildung in Sachen Rettungssanitäter ansteht, findet man Mario Lange wieder auf einem Boot, das mehr ein Bötchen ist. Viele, viele Jahre gehörte es einem unserer ältesten Fischer in Warnemünde, Karl-Heinz Ruschau. Er übergab es dem ehemaligen Fischer von Poel, weil er weiß, dass es in guter Hand ist. Ob er auch die Plätze gezeigt hat, wo der Fisch steht? Mario Lange schmunzelt, „auch ein, zwei Fische... ziehe ich nach eigenem Gespür aus dem Wasser und rette sie für die Bratpfanne!“

Einmal Seenotretter, immer Retter – und es bahnt sich auch eine Familientradition an, denn sein Sohn, der an der Seefahrtschule studiert, ist freiwilliger Seenotretter, wie zwölf weitere Freiwillige, die von der Besatzung der „Arkona“ ausgebildet wurden.

Was wünscht sich der neue  1.Vormann für seine weitere Fahrenszeit auf dem Kreuzer?  „Möglichst wenige Notanrufe! Aber wenn etwas passiert, sind wir sofort zur Stelle!“   Monika Kadner

 

Mario Lange ist seit mehr als 20 Jahren Seenotretter. Foto: Mkad

 

Juli 2022: neuer Hitzerekord

Einen Witterungsrückblick der Wetterstation Warnemünde gibt Rudolf Kemnitz, Diplom-Ingenieur für Meteorologie

Hitzerekorde fast überall. Auch in Warnemünde?

Ja. Denn nach fast 30 Jahren wurde in Warnemünde am 20. Juli 2022 der alte Temperaturrekord vom 9. August 1992 mit 36,9 Grad Celsius geknackt und mit 38,4 Grad neu aufgestellt – fast 40 Grad an der Ostsee! In Mecklenburg/Vorpommern kletterte die Temperatur nur noch in Boizenburg um ein Grad höher auf 39,4 Grad, Deutschlandweit lag Hamburg mit 40,1 Grad an der Spitze. Ich bin gespannt, wie lange dieser Rekord Bestand haben wird.

Also war der gesamte Monat zu heiß?

Nein, der gesamte Monat fiel vielmehr gar nicht mal so überdurchschnittlich aus, wenn man berücksichtigt, dass wir uns an positive Abweichungen schon gewöhnt haben. Im Vergleich zur international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 lag die Monatsmitteltemperatur von 18,6 Grad um 1,8 Grad, zur aktuellen und sieben Tage in diesen Zeitraum. Am 29. Juli konnte man bei geöffnetem Fenster etwas Abkühlung bei der Monatstiefsttemperatur von 12,3 Grad erfahren.

Die Freizeitgärtner wünschen sich mehr Regen. Fiel zu wenig Niederschlag?

Eigentlich nicht. Von der Trockenheit wie in anderen Bundesländer blieb Warnemünde mit einer Monatssumme von 62,3 l/m² weitestgehend verschont, allerdings war die zeitliche Niederschlagsverteilung nicht optimal. Allein am 1. Juli fiel mit 21,9 l/m² rund ein Drittel des Monatsniederschlags. Und in der zweiten Monatshälfte reichte der Regen nur noch zum Benetzen der Erdoberfläche. Es bleibt ein Defizit von 13 Prozent zum Monatssoll von 71,3 l/m².

Folglich gab es reichlich Sonnenschein?

Die Sonnenscheindauer lag mit 265,4 Stunden leicht über dem Mittelwert von 233,7 Stunden; ein Plus von 14 Prozent.

 

Bei hochsommerlichen Temperaturen lockt der Strand.

Bautagebuch Landessportschule (23)

Entenküken stehlen Baulöwen die Schau

29. Juli:  Als würde ein Specht klopfen, nur in bedeutend tieferer Tonlage – so hört sich zur Zeit das Geräusch an, das von der Baustelle auf der Mittelmole über den Strom schwappt. Dabei gibt es eine ganz simple Erklärung: der „Specht“ ist Eike Lührs, Zimmerer und Einschaler vom Warnemünder Bau. Er ist dabei, Arbeitsfugen präzise und ohne Unterlass frei zu klopfen an den bereits aufgestellten Wänden am Bauteil A, dem Hauptgebäude. In einer Woche kann dann weiter betoniert werden.

„Ja, es geht zügig voran,“ bestätigt Bauleiter Jens Düsing. Und der hier tägliche Zaungast Jürgen Mier, ehemaliger Leiter der Sportschule und selbst erfolgreicher Finn  Segler (Weltmeister dieser Klasse 1965 ), ist des Lobes voll: „Tag für Tag wachsen zügig die beiden Gebäude – Hauptgebäude und Bootshalle. Gut, dass hier eine Warnemünder Firma das Sagen hat. Fast könnte man sagen, man sieht den Bauarbeitern an, dass sie für Warnemünde und den Segelsport brennen.“

Das ist ganz dick zu unterstreichen, denn täglich sehe auch ich, wie ab morgens 6 Uhr auf der Baustelle geschäftiges Leben einzieht, erst am frühen Abend  das Firmenbanner der Warnemünder Baufirma  vom Kran 27 Meter hochgezogen wird und über der Mittelmole weht. Doch viele Tage, Wochen, Monate liegen noch vor den Hochbauern. Noch eine Menge Probleme können auftreten. Vielleicht hilft ja auch weiterhin: Daumen drücken für zügiges Schaffen. Jürgen Mier ruft von der Steganlage: “Sieh mal, die Entenfamilie lässt sich von den Baugeräuschen überhaupt nicht stören!“  Zwölf flauschige Küken sind wohl gerade geschlüpft, kuscheln sich zu einem Daunenknäuel zusammen und die Mama hat ein strenges Auge auf sie und den Himmel, denn die räuberischen Möwen sind nicht weit. Mier und weitere Zaungäste der Baustelle bleiben erst mal für ein paar weitere  Minuten die Entenpolizei und finden die Baustelle gar nicht mehr so spannend. Dabei passiert doch gerade hier gerade eine Menge!

Scharf zur Grenze der Container, in denen die Bauleitung ihr Büro vor Ort hat und direkt neben dem  Wiro-Hotels, wird gerade der zweite Teil der Baugrube für die Bootshalle verfestigt, wo  mehr als sechs Meter hohe Stützen stehen werden. Beton ist bereits eingebracht. Ebenso recycelter Kies, der teilweise noch vom Aushub des Hauptgebäudes stammt, füllen die beiden Schaufelbagger als eingespieltes Team noch auf. Die Bodenanalytik hat bereits ergeben, dass die Bodenpressung stimmt und die Stützen eingeschalt werden können.

Im ersten Abschnitt der Bootshalle sind bereits 95 Prozent der Wände des Erdgeschosses so, wie sie im Rohbau sein sollen. Darauf aufbauend kann hier ebenfalls schon die Decke gegossen werden.

Viel Technik und für Laien oft schwer alles verständlich. Doch es ist am kontinuierlichen Baufortschritt zu erkennen, dass der Zeitplan für den Bau stimmt und mit Beginn des neuen Jahres der Innenausbau anvisiert werden kann. Monika Kadner

Eike L├╝hrs beim Freiklopfen der Arbeitsfugen in der Wand: Foto: mkad

JoHo: Neue Broiler-Bar öffnet morgen

27.Juli. 11.48 Uhr:  Kaum vorstellbar, dass in diesem völlig entkernten und nunmehr neuen Haus am Alten Strom in 24 Stunden alles blitzblank ist, das Broilerkarrussel sich dreht, Gäste genüsslich vom Broilerbein abbeißen und sich das kühle Bier schmecken lassen. Und doch!  Koch Martin Prüter wäscht sich gerade die Hände, denn er ist fertig mit dem Marinieren der Hühner: „Ich freu mich auf morgen! Habe zwei Monate in Rostock bei JoHo Broiler mitgearbeitet. Ich möchte, dass meine Broiler nicht zu doll mariniert sind und saftig bleiben. Das ist mein Anspruch!“ Romy Botzler und Caro Behn sortieren die Kaffeetassen, die Gläser und vermuten schon mal eine kurze Nacht, damit  morgen wirklich alles am rechten Platz steht und nichts mehr von einer Baustelle  hier am Strom auf der Schanze zu sehen ist.

Spannend diese neue Lokalität in unserem Ort direkt neben "Gosch" und im früheren " täglich",  deren Namensgeber Jonas Holtz ist, der die Restaurantkette vor zwei Jahren gründete.  Lars Neugebauer hält alle organisatorischen Fäden in der Hand, wie er es bereits bei den drei früheren JoHo-Bars getan hat, die sich seit zwei Jahren in Prerow, in Zingst und in Rostock dem zarten, dem knusprigen Geflügelfleisch verschrieben haben. „Nein, wir verstehen uns nicht als Konkurrenz zum beliebten Neptun-Broiler! Wir sind ein bisschen jugendlicher. Bieten auch vegane Kost. Und das ist vielleicht für Biertrinker erfreulich: vier Sorten Pils fließen aus den Hähnen, u. a.Ratsherren Pils. Außerdem kann man aus vier Sorten Flaschenbier wählen, die vielleicht in Warnemünde auch nicht so alltäglich sind.“

Versteckt sich vielleicht noch ein Trumpf im neuen Broiler Eck? „Ja, unser Frischeanspruch!“ so Neugebauer. „Wir kaufen vom Hof Brimöhlen in Schleswig Holstein frisch geschlachtete Tiere ein. Sie kommen nicht in oder aus dem Frost! Wir produzieren unsere eigenen Soßen und bieten frische Salate an.“

Noch sind Staub und frische Farbe im Inneren der Broiler Bar dominierende Gerüche. Doch es steht fest: morgen wird der Gast Pfützchen auf der Zunge haben, wenn er gegen halb zwölf der frisch gegrillten Hühnchen ansichtig wird und nicht erst auf den Schornstein wie Max und Moritz klettern muss, um sich eines der Leckerbissen zu angeln. Nein, vier Köche und fünf Servicekräfte stehen ihm sieben Tage in der Woche zur Verfügung, die ihm Brust oder Keule und noch viel mehr auf den Teller legen werden.  Monika Kadner  

Ulf Kentzler (oben) und Jens Worm bringen das JoHo-Schild an der Broilerbar an. Foto: mkad

Offshore-Testfeld: Segler sehen ein Aus für  Regatten 

14. Juli: Rund zwölf Kilometer vor Warnemünde ist ein Nationales Testfeld Offshore Windenergie geplant. Auf einem 15 Quadratkilometer großen Testfeld und bei einer dortigen Wassertiefe von 20 Metern könnten dort künftig rund ein Dutzend etwa 210 Meter hohe Türme in den Himmel ragen. Die Kapazität der Anlage beziffert Karina Würz, Geschäftsführerin der Stiftung Offshore Windenergie, mit 150 bis 180 Mega Watt. Allein eine derartige Anlage mit zehn Watt kann Strom für 10 000 Haushalte produzieren.  Die Volkswirtin stellte das Vorhaben gemeinsam mit dem Projektverantwortlichen Jochen Körner auf der Sitzung des Ortsbeirates für Warnemünde und Diedrichshagen am Dienstagabend vor. Auf dem Testfeld soll umfangreich getestet und geforscht werden. Spannende Projekte zu Themen wie Einsatz von Unterwasserfahrzeugen, die beispielsweise Munition aufspüren und entsorgen können, Netz-Optimierungen oder Unterwasserfundamente sollen umgesetzt werden. Auf die Frage, warum das Testfeld vor Warnemünde entstehen soll, sagte Karina Würz: Es ist sehr gut zu erreichen und bietet Forschenden fantastische Bedingungen. Was haben Warnemünde und Rostock von solch einem Testfeld? Die hiesige Wirtschaft wird eingebunden. Zudem könne so ein Testfeld sogar Touristen anlocken, ähnlich wie in Helgoland.

Das Vorhaben wird zu 90 Prozent vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert und soll interessante Jobs im Bereich der Forschung schaffen. Mit der Realisierung des Projekts könnte in drei bis zehn Jahren begonnen werden. Die eigentliche Bauzeit wird mit einem Jahr angegeben.

Vor allem bei Seglern stößt das Projekt auf wenig Gegenliebe. Befürchten diese doch das Aus für die Warnemünder Woche mit ihren spannenden, internationalen Regatten vor Warnemünde. Das Testfeld muss weiter nach Nordosten verlegt werden, macht Uwe Jahnke deutlich. Besonders die Regattafläche C würde nach den jetzigen Plänen stark in Mitleidenschaft gezogen. Jahnke befürchtet, dass durch die Anlage Verwirbelungen in der Luft, sogenannte Windschleppen, entstehen, die bei Regatten keine fairen Bedingungen garantieren. Mit dem Testfeld an dieser Stelle sind die Regatten tot, sagt der Segler.

Warum das Testfeld, das inzwischen deutlich verkleinert worden ist, nicht verlegt werden kann, erläuterte Jochen Körner. Für den Laien unglaublich, aber: die Flächen sind alle belegt. Schifffahrtswege, Reede, Kiesgruben, Naturschutz etc.. Derweil sich mehrere Warnemünder gegen das Testfeld an der geplanten Stelle stark machen, weist Karina Würz auf einen vielleicht wichtigen Umstand hin: Solche Anlagen werden regelmäßig gewartet und damit abgeschaltet. Meist in der Sommerzeit, wenn der Wind eher flau ist und wenn die Warnemünder Woche mit ihren Regatten stattfindet. Zu diesem Zeitpunkt sind Verwirbelungen, deren tatsächlicher Effekt über dem Meeresspiegel in Höhe der Segelboote noch gar nicht untersucht ist, ausgeschlossen.

Der Ortsbeirat will an dem Thema dran bleiben und auch mit dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie ins Gespräch kommen und nach Lösungen suchen.  Sabine Schubert

 

Karina W├╝rz spricht ├╝ber das geplante Offshore-Testfeld vor Warnem├╝nde. Foto:susa

Hanse Sail: Gorch Fock und Dar Mlodziezy in Warnemünde

13. Juli: Die Hanse Sail vom 11. bis 14. August wird überall erlebbar sein – vom Rostocker Rathaus über den Fischereihafen und den IGA-Park bis zum Warnemünder Passagierkai. Auch der Marine-Stützpunkt Hohe Düne öffnet endlich wieder seine Tore für die Gäste aus nah und fern. Dort lassen sich bei musikalischer Unterhaltung durch das Kieler Marinemusikkorps und deftiger Verpflegung aus der Feldküche das Segelschulschiff der polnischen Marine, „Iskra", und die Korvette Oldenburg besichtigen.

Die Gorch Fock, das Segelschulschiff der Deutschen Marine, liegt am Passagierkai in Warnemünde, direkt neben der „Dar M┼éodzie┼╝y", dem mit einer Länge von knapp 110 Metern größtem Vertreter unter den diesjährigen Traditionsschiffen. Im Kurhausgarten, wo die offizielle Hanse-Sail-Eröffnung stattfindet, geht es ordentlich zur Sache. So beim Hanse Sail Rock am Freitag und einer ABBA-Tribute-Show am Sonnabendabend.

Auf der „Sail Promenade" bieten Händler Schmuck, Sommerartikel und Kunsthandwerk. Ein besonderes Highlight dürfen die Gäste am Strand in der „Sport Beach Arena" erwarten. Erstmalig wird das Strandsand-Kino präsentiert. Über alle vier Tage laufen hier am Abend maritime Klassiker vor einer unvergleichbaren Kulisse.

Es gibt noch freie Plätze für Ausfahrten mit den Traditionsschiffen! Vor allem am Donnerstag und Sonntag, aber auch am Freitag und Sonnabend stehen noch Restplätze bereit. Buchen kann man online unter www.hansesail.com, telefonisch (0381 38129 74 / -75) oder vor Ort mit Beratungsgespräch (Warnowufer 65).

Die Karte zeigt, wo zur Hanse Sail 2022 was in Warnem├╝nde los ist. Karte: TZRW

 

Warnemünder Sonntagsschule vor dem Start 

5. Juli: Endlich: Die Warnemünder Sonntagsschule lädt nach zweijähriger, Corona-bedingter Zwangspause wieder ein. Hartmut Voß, der 2015 die Stelle des Schulleiters von Gerhard Lau übernommen hat und seither gemeinsam mit Torsten Linke für einen reibungslosen, interessanten Vortrags-Zyklus sorgt, hofft auf viele Zuhörer. „Wir haben Referenten gewinnen können, die interessante Dinge zu berichten wissen“, freut sich Hartmut Voß auf die Zeit von September bis Februar. An jedem ersten Sonnabend im Monat von 11 bis 12 Uhr finden die Vorträge im Veranstaltungsraum im Hotel Am Alten Strom statt. Einlass ist bereits eine Stunde zuvor, sodass die Gäste noch ein wenig Zeit haben, miteinander ins Gespräch zu kommen. Platz finden rund 100 Interessenten, die ihre alle Veranstaltungen umfassende Karte nach der Hanse Sail im August erwerben können.

Für die Vorträge gewonnen wurden die Warnemünder Liedermacherin Bea, die eigentlich schon im vergangenen Jahr über ihre Weltreise berichten wollte, Prof. Horst D. Schulz, der über Warnemünde in der Franzosenzeit sprechen wird, der ehemalige Geschäftsführer der Neptun-Werft Manfred Müller-Fahrenholz, Torsten Linke, der Spannendes zum Thema Bahnhöfe verraten wird, sowie Dr. Steffen Stuth vom Kulturhistorischen Museum Rostock. Ein weiterer Vortrag soll sich mit der Sanierung des Gaswerks in der Rostocker Bleicherstraße, sprich mit einem Altlasten-Thema befassen.  „Für uns ist das Sonntags-Schuljahr 2022/ 23 fast wie ein Neuanfang. Wir hoffen, viele bekannte, aber auch neue Gesichter in unserer Runde begrüßen zu können“, sagt Hartmut Voß. Wie der Schulleiter versichert, wird der Preis für die Dauerkarte weiterhin klein und erschwinglich sein. „Mit dem Erlös finanzieren wir beispielsweise die Technik, aber auch wieder die Herausgabe eines Heftes mit all den Vorträgen“. Sabine Schubert

 

 

Lange ist es her: Am 5. September 2020 ├╝bergaben Hartmut Vo├č und Torsten Linke die Hefte mit den Beitr├Ągen der damals vorerst letzten Sonntagsschule. Foto: susa

Worüber sich Warnemünder ärgern

18. Juni:  Die allermeisten Warnemünder lieben ihren Ort mit den vielen schönen Geschichten. Den großen und kleinen. Sie mögen es, sonnabends über den Markt zu bummeln, zu schwatzen mit Nachbarn, die man im Sommer sonst selten sieht, weil viele in ihren Gärten sind, den großen am Moor oder im Wiesengrund, den kleinen, kuscheligen hinter dem Haus. Sie freuen sich, auf dem Kirchenplatz Kaffee zu trinken und bald den Brunnen mit seinen Neriden sprudeln und spritzen und nebeln zu sehen.  Jeder der rund 6000 Einwohner genießt Warnemünde auf seine eigene und äußerst vielseitige Weise.

ABER! Am Dienstag ist Sommeranfang. Hochsaison. Wie gastlich ist jetzt unser Ort?

Einheimische ärgern sich, dass die für den Tourismus Verantwortlichen, die gar ihren Sitz in der Vogtei haben, nicht alles sehen, was vor ihrer Haustür passiert. Sind sie sind im Zahlenrausch, mehr und mehr Touristen? Quantität vor Qualität?

Einheimische ärgern sich, dass der FKK-Strandabschnitt 28 zum Hundestrand deklariert wurde. Die Hunde nicht angeleint sind, Herrchen und Frauchen in voller Montur sich auch noch freuen, wenn ihre geliebten Vierbeiner Häufchen hinterlassen, sich zu den nackt Badenden hingezogen fühlen. Strandvogt?  Fehlanzeige.

Einheimische ärgern sich über die immer noch fehlende Temperaturanzeige in der Seestraße. Ist das eines Ostseebades würdig?

Einheimische ärgern sich, dass der Klimperer am transportablem Klavier mit den zu oft falschen Tastenanschlägen und einem Repertoire von drei Liedern  keine Mittagsruhe einhält. Sein Trompete blasender Kompagnon und er nicht den Gesetzen der Straßenmusiker folgen (30 Minuten Spielzeit an einem Standort) und von früh bis in die späten Abendstunden nur nerven. Die Touristen klatschen, weil sie fünf Minuten verweilen. Doch die Einheimischen wollen sich nicht aus ihren Wohnungen durch versuchtes Musikmachen und stundenlangen Lärm vertreiben lassen!  Kontrolle des Ordnungsamtes und der Tourismuszentrale fehlen. 

Dies sind vier Beispiele, die in der letzten Woche an unsere aalglatt-Redaktion heran getragen wurden.

Wir geben den Kritikern, die  keine Nörgler sind ( !), eine Stimme und versuchen, dank dieser  konstruktiven Kritik unserer Leser mit kleinen Nadelstichen die Stadtoberen nachdenklich zu machen. Den Touristikern nur mal am Wochenende den Spiegel vors Gesicht zu halten, wie nervig unser Warnemünde an so manchen Ecken geworden ist.  Dabei ist doch für Gastlichkeit, für gutes Wohnen im Ostseebad eigentlich so wenig nötig.  Monika Kadner    

Ausflugs-Tipps

Schloss Teschow freut sich auf Gäste 

31. März.  Kein Aprilscherz: Am 1. April öffnet der Golfclub Schloss Teschow die Eventlocation und Gutsschänke „von Blücher“ wieder für Gäste.Im April genießt man im rustikal-gemütlichen Ambiente die frischen Kleinigkeiten der Landküche von Mittwoch bis Sonntag jeweils von 13 bis 18 Uhr. Ab Mai ist die Gutsschänke dann bis 19.30 Uhr geöffnet. In der Gutsschänke  werden kleine Gerichte mit meist regionalen Zutaten serviert. Nachmittags schmecken die hausgemachten Kuchen, die auch außer Haus verkauft werden.

Wer feiern möchte, kann die Gutschänke für bis zu 90 Personen buchen und exklusiv nutzen – wer mag sogar mit Tanzfläche. Die Inneneinrichtung passt zur ländlichen Umgebung und erinnert an die frühere Nutzung des Gebäudes als Scheune. Auf der Außenterrasse finden 60 Personen Platz. Für die kleinen Gäste gibt es einen Spielplatz mit Rutsche und Schaukel. Die Gutsschänke »von Blücher« liegt mitten im Grünen, unweit des Teterower Sees.

Der Golfclub Schloss Teschow liegt in einer idyllischen Hügel- und Seenlandschaft. Von Warnemünde aus erreicht man ihn über die A19 und braucht für die rund 80 Kilometer etwa eine Stunde. Der Teterower See, jahrhundertealter Baumbestand und das klassizistische Herrenhaus Schloss Teschow bilden die Kulisse für die 27-Loch-Golfanlage, zu der auch die Eventlocation „Gutsschänke von Blücher“ gehört. Im Jahr 2000 angelegt, bietet der Golfclub Mitgliedern und auswärtigen Gästen zwei gepflegte Golfplätze und eine Driving Range: Der 18-Loch-Platz „Am See“ fordert Golfer zu sportlich-taktischem Spiel heraus (Par 72, Stammvorgabe -54). Der 9-Loch-Platz „Am Silberberg“ bietet erfahrenen Golfern mit Wasserhindernissen und Bunkern Herausforderungen ohne HCP-Beschränkung, steht aber auch Einsteigern ohne DGV-Platzreife offen. 

Kontakt Golfclub Schloss Teschow e.V.,Lars Jahn, Managing Pro. Alte Dorfstr. 13, 17166 Teterow / Teschow, Tel. +49 (0) 3996 140-454, golf@schloss-teschow.de | www.gc-schloss-teschow.de

 Geschichte des Ostrocks in Kröpelin

25. März 2022:. Das Ostrockmuseum Kröpelin ist einen Ausflug wert. Es wurde am 3. Juli 2015 eröffnet. Das Museum ist das erste und bislang einzige in Deutschland, das sich ausschließlich mit der Geschichte des Ostrocks als Teil der Unterhaltungsmusik der DDR und der ehemaligen osteuropäischen Länder widmet.

Eine der Grundlagen für das Museum ist der Fundus des Berliner Vereins „Sechzig-Vierzig“, der seit Jahren versuchte, seine Sammlung an einem festen Ort zu präsentieren. Nach mehrjährigen Bemühungen wurde am 26. April 2013 die Sammlung des Vereins schließlich an das Ostrockmuseum übergeben. Das Ausstellungskonzept entstand unter Beteiligung der Studiengänge Innenarchitektur sowie Kommunikationsdesign und Medien der Hochschule Wismar.

Gemeinsam mit Stadtbibliothek und Stadtmuseum wird das Ostrockmuseum durch die Stadt Kröpelin verwaltet. Die Gestaltung und Betreuung der Sammlung obliegt einem dreiköpfigen Kuratorium, bestehend aus Reinhard Dankert, Rüdiger Kropp und Thomas Lehner.  Das Ostrockmuseum ist ein interaktives Erlebnismuseum. Es ermöglicht dem Besucher einen Einblick in Geschichte und Hintergründe des Ostrocks. So erschließt sich seine Geschichte bei einem Rundgang durch das Museum als Mischung aus Information, Medien und Erlebnis. Dazu gehören auch Veranstaltungen und Sendungen wie etwa Franks Beatkiste vom 25. Oktober 2015, die in Zusammenarbeit mit dem Ostrockmuseum entstand.

Wegen der Vielzahl vorhandener Objekte sowie der räumlichen Begrenzung auf eine Etage entschied man sich gegen eine chronologische Darstellung der Ostrock-Geschichte. Stattdessen wird in jedem Raum ein thematischer Bereich dargestellt, in den dazu vorhandene Objekte und Informationen integriert sind. Ein thematischer Bereich des Museums ist beispielsweise ein Plattenladen. Hier werden Mobiliar und Angebot eines typischen Plattenladens in der DDR gezeigt. Neben multimedialer Information gibt es die Möglichkeit, Langspielplatten aufzulegen und zu hören. Diverse Geräte für das Abspielen von Tonbändern und Langspielplatten werden ausgestellt. Das Wandbild zeigt eine typische Szene aus dem Alltag der DDR. Wenn es begehrte Langspielplatten zu kaufen gab, dann bildeten sich schnell vor den Geschäften lange Schlangen. Das Bild zeigt eine solche vor dem Laden in der Kröpeliner Straße von Rostock Mitte der 1980er Jahre.

Das Ostrockmuseum (Telefon: 038292 82384) befindet sich in Kröpelin in der Hauptstraße 5. Über die B105 erreicht man es von Warnemünde aus in ca. 20 bis 25 Minuten mit dem Auto. 

Öffnungszeiten des Museums: Montag von 10 bis 12 und von 13.30 bis 17 Uhr, Dienstag von 10 bis 12 und 13.30 bis 18 Uhr, mittwochs geschlossen, Donnerstag von 10 bis 12 und von 13.30 bis 17 Uhr, freitags von 10 bis 12 und von 13.30 bis 16 Uhr, Karfreitag und Ostermontag geschlossen. Der Eintritt in das Ostrockmuseum kostet drei Euro und berechtigt gleichzeitig zum Besuch des im gleichen Haus befindlichen Stadtmuseums.

 

 

Auf der Wanderung durchs Nebel-Durchbruchstal kommt man vorbei am Kneipp-Wanderweg, wo man den F├╝├čen ein wohltuendes Bad g├Ânnen sollte.

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Wanderung im Nebel-Durchbruchstal

21. Mai: Mit dem Auto von Warnemünde fährt man - je nachdem, wo man parken möchte - etwa  60 bis 70 km bis zum Nebel-Durchbruchstal. Über die A 19 mit Abfahrt Richtung Krakow am See erreichen wir den Ausgangspunkt der Wanderung.

Es gibt mindestens drei Möglichkeiten die Tour zu beginnen:

  1. Parkplatz vor dem Einkaufsmarkt in Kuchelmiß. Hier kann man sich noch etwas zur Stärkung oder für ein Picknick kaufen.
  2. Parkplatz an der Wassermühle in Kuchelmiß. Die ist aber Corona-bedingt zurzeit geschlossen.
  3. kleiner Waldparkplatz nördlich von Serrahn

Beginnt man beim Parkplatz am Einkaufsmarkt, so führt rechts parallel zur Straße nach Krakow ein kleiner Weg vorbei an drei Wohnhäusern. Dann geht es weiter über eine kleine Brücke, die uns über das Moor in Richtung Wassermühle Kuchelmiß bringt. Man kommt vorbei an den Resten der mittelalterlichen Anlage der Turmhügelburg. Die Wassermühle darf man leider derzeit nur von außen besichtigen und auch die Toiletten sind geschlossen. Man kann aber weiterhin auf dem Gelände die Fischtreppen besichtigen und einen Eindruck von der Strömung der Nebel erleben. Einen kleinen Picknickplatz gibt es dort auch, so dass man sich in der Natur stärken kann. Auf einer Infotafel wird erklärt, wie das Nebel-Durchbruchstal entstanden ist.

An den Resten eines alten Schlosses - es sind nur noch einige alte Skulpturen zu sehen - und den Fischteichen vorbei gelangt man zu einem Hofcafé. Folgt man einem gepflegten Waldweg, dann erreicht man eine Brücke, die nach Serrahn führt. Hier kommt man auch am Waldparkplatz vorbei.

Der Ort Serrahn hat eine kleine Kirche und eine alte Schmiede als Sehenswürdigkeiten zu bieten. Danach sind wir wieder über den Waldparkplatz in Richtung der Nebel gewandert. Aber dieses Mal nicht über die Brücke nach Kuchelmiß, sondern wir haben den Waldweg parallel zum Flüsschen in östlicher Richtung gewählt. Der Weg ist leicht hügelig, aber dennoch gut zu laufen. Ein paar Bänke laden zudem am Weg zum Verweilen ein. Hier hat die Nebel allerdings einen wilderen Charakter. Ihre Strömung kann man von der Brücke aus wunderbar erleben.

Geht man dann weiter geradeaus, gelangt man zum Kneipp-Wanderweg. Er ist aus einem kleinen Nebenarm der Nebel entstanden. Ihn sollte man unbedingt ausprobieren. Der sandige Untergrund tut den Füßen gut und das Wasser ist sehr klar. Aber das Kneippen stärkt nicht nur die Gesundheit, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden. Ein Picknickplatz lädt hier erneut zum Verweilen ein. Der Weg durch den Wald führt dann an den Teichen vorbei wieder zurück zum Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Der Wald war durch die vielen Anemonen besonders schön in diesem Jahr. Ein herrliches Stück heimischer Natur. Der Weg ist gut ausgeschildert und für die rund 16 km, die wir in aller Ruhe mit einem Picknick bewältigt haben, waren wir gut vier Stunden unterwegs. Für Rollstuhlfahrer ist diese Wanderung allerdings nicht geeignet. Leider konnten wir auch keine geöffneten Toiletten finden..

Für Familien mit Kindern ist diese Wanderung ohne weiteres zu schaffen, gibt es doch überall etwas in der Natur zu entdecken. Jedoch sollten Familien mit Kindern auf den Abstecher nach Serrahn verzichten, weil man dafür an der Straße in den Ort gehen muss.  Unterwegs für aalglatt-Leser war: Hanne Hoppe

 

 

Wismar und seine Schätze

Ein Ausflug in die benachbarte Weltkultur-Stadt

Warum nicht mal Wismar besuchen? Ist nicht weit von der Hansestadt Rostock mit dem Seebad Warnemünde entfernt und eine wunderschöne Stadt mit mächtigen Backsteinkirchen, liebevoll sanierten jahrhundertealten Häusern aus der Gotik, dem Barock und dem Klassizismus.  Tierpark, Museen und ein malerischer Hafen mit Speichern und diversen Restaurants laden zum Bummeln ein. Fischkutter, deren Besatzungen leckere Fischbrötchen und fangfrischen oder geräucherten Fisch anbieten, sind ebenfalls erlebenswert. Die Hansestadt Wismar trägt zu Recht das Siegel des Weltkulturerbes.

Jetzt im noch sonnigen Corona-Herbst zieht es viele Touristen aus scheinbar vor allem südlichen Bundesländern an die Küste. Zumindest ihre Dialekte legen das nahe. Sie beobachten interessiert vom Außenbereich der Hafenlokale das Kommen und Gehen der anderen Touristen sowie das Verhalten der gefräßigen Möwen, die gern im Sturzflug den ahnungslosen Passanten das Fischbrötchen entreißen wollen. Amüsant, wenn die Möwen Sieger bleiben und man das eigene Brötchen schon sicher im Magen hat. Wenn es kein Fischbrötchen sein soll, kann man wunderbar in der Nähe des Alten Hafens am Lohberg im Brauhaus Durst und Hunger stillen. In dem Fachwerkspeicher ist schon 1452 Bier gebraut worden. Allerdings führt eine mehrstufige Treppe ins Gebäude hinein.

Wismar ist aber auch ein lohnendes Besuchsziel, wenn man mit den Enkeln einen Ausflug planen möchte. Sie tauchen in der Altstadt ein ins Mittelalter, sehen mit Giebel- und Traufenhäuser die Architektur vergangener Jahrhunderte und erfahren auf Schrifttafeln oder Plaketten an den aufwändig sanierten Häusern viel über die Geschichte Wismars und ihrer Bewohner.

Ein Ziel sollte unbedingt der 80 Meter unübersehbar hohe Turm der Marienkirche sein. Das einst mächtige Kirchenschiff wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und erfuhr wie etliche Sakralbauten in der ehemaligen DDR dasselbe Schicksal. Die Marienkirche, die Anfang des 14. Jahrhunderts auf den Mauern einer rund 100 Jahre alten kleineren Vorgängerkirche errichtet wurde, fiel 1960 der Sprengung zum Opfer. In Wismar sind wenigstens ihre Konturen wieder sichtbar im Boden entstanden. Teil des Forums an der Kirche ist neben moderner Kunst ein Metallmodell. Es zeigt, wie sich die ehemalige Ratskirche über Jahrhunderte präsentiert hat.

Besonders interessant für Kinder ist aber der 3-D-Film „Bruno Backstein“, der wie die Dauerausstellung „Wege zur Backsteingotik“ im Turm sehr spannend den Bau dieser gotischen Kirche erklärt. Bei einer Führung offenbart sich in 67 Metern Höhe ein wunderbarer Blick über die Altstadt und der Besucher erfährt weiteres Wissenswertes zur Kirche und zur Welterbe-Stadt Wismar.

Vor dem Kirchturm sind Modelle zu sehen, in denen Ziegelsteine geformt worden sind, die für den Bau verwendet wurden. Bruno Backstein erklärt im Film auch, wie die Bauleute es schafften, ohne Kran, dafür mit einem imposanten hölzernen Rad und Seilen die Steine in die Höhe zu transportieren. Der Nachbau dieses Rades vor der Marienkirche verdeutlicht den großen und kleinen Besuchern die meisterlichen Fertigkeiten der mittelalterlichen Baumeister, aber auch das mühevolle Bauen.

Der Film dauert etwa 15 Minuten. Der Eintritt inklusive Turmführung kostet für Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 2 Euro.

Ein Muss ist auch der Besuch der St.-Georgen-Kirche, eine der drei Hauptkirchen und die größte der Hansestadt. Auch sie ist ein Meisterwerk der norddeutschen Backsteingotik. 1594 wurde sie nach mehrfachen Veränderungen fertiggestellt. Baubeginn soll allerdings schon Ende des 13. Jahrhunderts gewesen sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde auch dieser Sakralbau stark beschädigt, aber in der DDR glücklicherweise nicht gesprengt. Nach der Wende wurde die St.-Georgen-Kirche ab 1990 mit Unterstützung der Stiftung Denkmalschutz und örtlicher Betriebe wiederaufgebaut und 2010 als Gotteshaus und Kulturkirche feierlich wiedereröffnet. Kultur findet auch jetzt statt. So gastiert Ben Becker am 30.Oktober mit „Ich, Judas“. Viele weitere Veranstaltungen sind geplant – sofern Corona es zulässt.

Die Aussichtsplattform Von St.-Georgen in 35 Metern Höhe bietet einen eindrucksvollen Rundblick auf Wismar, die Gassen und Straßen der Altstadt, die Ostsee, den Hafen und die MV-Werft. Die Fahrt mit dem Lift kostet für Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 2 Euro. Kinder bis 6 Jahre fahren gratis.

Neben der Kirche liegt der Fürstenhof, die im 16. Jahrhundert errichtete Sommerresidenz der mecklenburgischen Herzöge in Wismar. Ein Blick in den Innenhof lohnt sich. Heute beherbergt das schön sanierte Bauwerk das Amtsgericht der Hansestadt.

Bei einem Gang durch die Altstadt gibt es viele weitere lohnende Ziele. Doch wer sich die Ausstellung und die Einrichtung in dem sehr informativen Welt-Erbe-Haus an der Lübschen Straße angesehen hat, sollte noch an der Grube entlangspazieren. Sie ist eines der ältesten städtischen Wasserläufe Deutschlands und dann in einem der Cafés am Marktplatz Füße und Kopf entspannen. Auch dort gibt es mehrere historische Bauwerke zu bewundern. Schließlich ist die Stadt nicht umsonst von der UNESCO ausgezeichnet worden. Und weil man an einem Tag nicht alles Sehenswerte in Wismar erleben kann, sollte man sich - solange das Wetter mitspielt – unbedingt noch einmal auf den Weg dorthin machen.

Doch was hat dem zehnjährigen Theo am besten in der ehrwürdigen Hansestadt gefallen? „Der Blick von der Georgenkirche war cool.“ Eigentlich wollte er die Wendeltreppe zur Plattform hochsteigen. Doch die war gesperrt, weil man in Corona-Zeiten dort keinen nötigen Abstand halten kann. „Aber auch der Film in dem anderen Kirchturm war wirklich spannend“, empfiehlt Theo.

Unterwegs für aalglatt-Leser war: Ingrid Feuerstein

Die Marienkirche und St.-Georgen-Kirche öffnen von Oktober bis März täglich von 10 bis 16 Uhr. Der Turm von St. Marien kann nach Anmeldung (Telefon: 03841-2510) bestiegen werden.

├ťber die Rapsfelder hat man einen tollen Blick auf den Leuchtturm Bastorf.

Rund um den Leuchtturm Bastorf

13. Mai: Unser Ausflug führt von Warnemünde nach Bastorf. Mit dem Auto erreicht man den dortigen Leuchtturm in etwa 45 Minuten. Die Fahrt führt in diesen Tagen vorbei an herrlich blühenden Rapsfeldern, die so richtig tolle Fotomotive bieten. Rasch ist der Parkplatz am Leuchtturm erreicht.  Der Turm befindet sich zwischen den Ostseebädern Kühlungsborn und Rerik und oberhalb von Kap Bukspitze, weshalb er auch Buk genannt wird.

 Diese Landspitze weist eine Geländehöhe von rund 78 Metern über dem Meeresspiegel auf. Die Höhe des Leuchtturms beträgt 20,8 m, sodass sich eine Gesamtfeuerhöhe von etwa 95,3 m ergibt. Somit ist der Leuchtturm Buk zwar einer der kleinsten deutschen Leuchttürme, hat aber das höchste Leuchtfeuer, dass an den deutschen Küsten zu finden ist.  Während er für die Seefahrt eine notwendige Navigationshilfe ist, hält er für Besucher nach dem Erklimmen der 55 Stufen einen grandiosen Ausblick bereit. Schaut man in nordöstliche Richtung, kann man das heimische Warnemünde sehen. Bei einem Blick nach Westen entdeckt man  Rerik und die Wismarer Bucht  Bei klarer Sicht soll man sogar die Insel Fehmarn  und dänische Inseln sehen. Leider ist der Turm derzeit aber für Besucher noch geschlossen.

Nicht so tragisch, denn wir umwandern ihn ganz einfach Die Strecke beträgt etwa 4,8 Kilometer, die auch für nicht so professionelle Wanderer machbar ist.  Start und Ziel ist für uns der Parkplatz unterhalb des Leuchtturms. Auf einem schmalen Pfad mit einer tollen Aussicht geht es entlang des Parkplatzes in Richtung Kägsdorf. Weiter führt unsere Tour auf der Straße durch den Ort, der durchaus interessante Häuser aufweist. So beispielsweise ein Gutshaus auf der rechten Seite.  Am Ende des Ortes führt eine schmale  Straße in Richtung Kühlungsborn,  bevor uns dann der erste Weg rechts wieder zum Leuchtturm bringt .

Angekommen, lohnt es sich den Picknick-Korb auszupacken oder unbedingt das Cafe Valentins zu besuchen, das ab 28. Mai freitags, samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr wieder geöffnet ist und wo man endlich wieder den  leckeren Kuchen genießen kann. Nach unserer Stärkung  geht es wieder abwärts bis zum Parkplatz. Und schließlich gut gelaunt zurück nach Warnemünde. Unterwegs für aalglatt-Leser war: Doris Reiber

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