Land und Leute

Bautagebuch Landessportschule  (46)

Äußerer Schein trügt

24.Juli. Noch auf der Bahnhofsbrücke klebt mir der Betonstaub auf den Lippen. Die Hände leicht grau gepudert, denn wenn man in der Bootshalle und in der Schule neugierig kreuz und quer geht, ist es schon sicherer, sich an den provisorischen Handläufen fest zu halten. Gerne habe ich das in Kauf genommen, denn was ich sah, machte mich teilweise sprachlos. Die Bootshalle, komplett gepflastert, wartet nur darauf, dass die Architekten das o.k. geben und die ersten Trailer problemlos in die Halle rollen können. Eine Halle, die bei Bedarf auch für Veranstaltungen genutzt werden kann. Trockenraum für durchnässte Neoprenanzüge, Werkstatt für kleinere Reparaturen, Sanitärräume... Nur am Türrahmen hat sich ein Messfehler eingeschlichen und dadurch sind Anschlüsse fehlerhaft montiert. Was macht Björn Große-Friese von der Tischlerfirma Scheel? „Ich krieg das hin, damit alles wieder paßt.“ Er ist der Ausputzer, ein Erfolgreicher! Mit Geschick und goldenen Händen sieht niemand mehr den Flüchtigkeitsfehler.

In der ersten Etage die Sporthalle. Hier ist der Spezialboden noch versteckt, nämlich geschützt durch Leichtholzplatten. An den Wänden und an der Decke bereits Schallschluckelemente. Die daraus ragenden Leitungsenden warten nur darauf mit  Leuchtkörpern verbunden zu werden.

Bereits überall montiert und noch schlag- und staubsicher verpackt -  die Heizkörper.

Es ist einfach nicht möglich, all die dreiviertel fertigen Details aufzuzählen, die entgegen des äußeren Bildes des Ensembles der Landessportschule dafür sprechen, dass hier in gar nicht so langer Zeit Sportler die Bootshalle und Schule entern werden.

Dann die Schule, mit ihren hellen Seminarräumen, den 48 Zimmern und fünf Appartements, den oft bis an die Decke und Fußboden reichenden Fensterfluchten – immer mit Blick auf Meer und Strom.

Die Konferenzetage kann zwischen 300 und 20 Plätzen variiert werden und ist  mit modernster Kommunikationstechnik, auch Küchentechnik für Catering,  ausgestattet.  Der Blick aufs Wasser mag beruhigen, inspirieren. Welch ein Gedankenkarrussel ist hier vorprogrammiert. Ich war begeistert! Das steigerte sich auf der Dachterrasse mit ihrem Rundumblick über Warnemünde, die Ostsee – weit über die Reede hinaus.

An meiner Seite immer Jörn Etzholdt, Leiter der Sportschule und jetzt strenger, ja pingeliger Baubeobachter. Torsten Haverland, Geschäftsführer des Landessportbundes M/V und er, zwei Männer der Praxis, hatten lange am Konzept für diesen Bau getüftelt bevor sie es den Architekten übergaben. Für Etzholdt gehts mit persönlichem Ehrgeiz  deshalb Tag für Tag treppauf, treppab und mit scharfem Blick in alle bereits aufgeteilten Räume, Nischen, Flure und Kammern. Immer das Klemmbrett mit Papier und Bleistift parat, um Beobachtetes in den wöchentlichen Baubesprechungen sofort klären zu können.

Der äußere Schein der Schule, mit den traurig im brisigen Wind flatternden Isolierungen, trügt. Auch hier, so das Architektenbüro, wird mit Gutachtern, Sachverständigen und kompetenten Bauleuten Zentimeter um Zentimeter (!) daran gearbeitet, damit der Bau ein Ganzes wird.

Monika Kadner       

 

J├Ârn Etzholdt inspiziert die Dachterrasse. Foto: M. K.

26. Internationaler DLRG Cup

Rettungsschwimmer aus fünf Nationen am Warnemünder Strand

18. JulI: Heute wurde am Warnemünder Strand der 26. Internationale DLRG-Cup eröffnet. Bis zum 20. Juli sorgen rund 190 Rettungsschwimmer aus fünf Nationen für internationales Flair am Ostseestrand von Warnemünde. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) freut sich, dass neben den eigenen knapp 30 Mannschaften auch Teams aus Dänemark, Norwegen, Schweden und der Schweiz an den Start unterhalb von Leuchtturm und „Teepott“ gehen. An drei Wettkampftagen schwimmen und sprinten die Rettungssportler nahe der Wahrzeichen Warnemündes um Punkte und Medaillen. „Es ist immer wieder schön zu sehen, wie hoch das Interesse hier am Rostocker Ostseestrand an den Rettungssportwettkämpfen ist und so viele Athletinnen und Athleten hierherkommen“, so DLRG Präsidentin Ute Vogt. Der Rettungssport diene jedoch nicht bloß der Medaillenjagd: „Die Disziplinen sind dem Alltag unserer Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer entlehnt. Im Ernstfall wissen sie, worauf es ankommt“.

Wie wichtig diese Fähigkeiten sind, zeigt die DLRG Bilanz 2023. Vergangenes Jahr retteten DLRG Rettungsschwimmer 1.120 Menschen vor dem Ertrinken. Auch dieses Jahr kam es zusätzlich zu den Hochwassereinsätzen bereits zu zahlreichen Rettungen im und am Wasser. „Die dafür eingesetzten Techniken und Hilfsmittel finden sich im sportlichen Wettkampf wieder und das Training ist eine wichtige Vorbereitung“, erklärt Vogt.

Zu den Favoriten bei den Wettbewerben der Vereine zählen Titelverteidiger DLRG Harsewinkel (Westfalen), die DLRG Halle-Saalekreis und die DLRG Magdeburg (Sachsen-Anhalt), aber auch das Team der SLRG Innerschwyz aus der Schweiz, das letztes Jahr Silber holte. Unter den Anwärterinnen auf den Titel der besten Mehrkämpferinnen sind mit Olivia Binde (Hamburg), Lea Kötter (Lüneburg), Carla Strübing (Region Uetersen) und Alice Westergården (Huvudtränare NSC) wieder bekannte Gesichter dabei. Doch Jessica Körner (Charlottenburg-Wilmersdorf) und Finja Thoms (Schwerte), die sich erst vergangene Woche bei den Junioren-Europameisterschaften (JEM) mit dem Vizetitel krönten, haben ebenfalls große Ambitionen. Bei den Männern wollen die im letzten Jahr punktgleichen Clemens Wulkopf (Harsewinkel) und Lukas vom Eyser (Gelsenkirchen-Buer) den Titel verteidigen. Nordin Sparmann (Harsewinkel), Felix Hofmann (Kelkheim) sowie die Nachwuchsathleten Luk Theile (Charlottenburg-Wilmersdorf) und Fabian Herrmann (HalleSaalekreis), die ebenfalls bei der JEM hervorragende Leistungen zeigten, werden es ihnen aber nicht leicht machen. Gleichzeitig ist der DLRG Cup für die Sportler des DLRG Nationalteams eine gute Vorbereitung auf die anstehenden Weltmeisterschaften in Gold Coast, Australien (20.8. bis 8.9.). 

Ausfahrt mit der Kogge

13. Juli:  Längst sind ihnen allen die Seebeine gewachsen, den Leuchtturmmännern, ihren Freunden und Warnemünder Unterstützern, die gestern am Spätnachmittag die Kogge „Wissemara“ enterten. Der Leuchtturmverein lud ein. Vielleicht hatten sie alle gerade deshalb so viel Spaß, auf diesem Nachbau einer hanseatischen Kogge aus dem 14. Jahrhundert die Traditionen der Seemannschaft zu erleben und vor allem miteinander zu klönen, neue Ideen rund um unseren Leuchtturm, um Warnemünde wachsen zu lassen.

 Natürlich fassten vor allem die Männer mit an beim Segel Hissen und Fieren, beim An- und Ablegen. Viele hätten wohl gern auch den Schuss mit der Bordkanone abgegeben beim Passieren der Molen, die per Knallkörper und einer staubenden, qualmenden Kelle voller Mehl (!) böllerte.

Es war eine wunderschöne Stimmung, die Hartmut Voss mit Shanty-Melodien aus seiner Treckfidel unterstützte und die Lust machte, Ja zu sagen beim nächsten Einsatz im Ehrenamt. Monika Kadner

 

Bei der Ausfahrt mit der Kogge "Wissemara" kamen die Ehrenamtler auf Einladung des Leuchtturmvereins ins Gespr├Ąch. Foto: mkad

Gelungene Gemeinschaftsaktion

12. Juli: Bei strahlendem Sonnenschein und in allerbester Stimmung fanden sich heute im Stephan-Jantzen-Park hunderte Warnemünder und Gäste ein, um Fritz Reuter anlässlich seines 150. Todestages zu ehren. So, wie es bereits die Altvorderen vor 114 Jahren zum 100. Geburtstag des Heimatdichters getan haben. Diese Aktion in Gang gesetzt hat ein Mitglied der Fritz-Reuter-Gesellschaft bereits im Sommer 2022 mit seinem Anruf im Warnemünder Heimatmuseum und der Frage nach einem Foto von der Warnemünder Fritz- Reuter- Eiche. Eine Eiche? Wo bitte soll sich diese befinden? Die Recherchen im Heimatmuseum waren tatsächlich erfolgreich: Ein Foto, das am 6. November 1910 einen Tag vor dem 100.Geburtstag des Schriftstellers entstanden ist, wurde gefunden, Es zeigt Mitglieder des Plattdeutschen Vereins für Warnemünde und Umgegend, allesamt gut gekleidete Herren, bei der Pflanzung des Eichbaums bei der Sedan-Wiese, wie das heutige Areal zwischen dem Parkhaus Ostsee und dem Aja-Resort damals genannt wurde. Museumsleiter Christoph Wegner, der Vorsitzende des Museumsvereins Warnemünde Uwe Heimhardt und Vereinsmitglied Prof. Horst D. Schulz machten sich mit dem Foto vor Augen auf den Weg und entdeckten tatsächlich im genannten Bereich einen prächtigen Baum. Rätselhaft bis heute, wo ein entsprechender Gedenkstein abgeblieben ist.

Der Museumsverein holte sich mit dem Warnemünde Verein, der Trachtengruppe und dem Leuchtturmverein drei starke Partner an die Seite. Gemeinsam wurde beschlossen: Wir werten den Platz an der Eiche auf. Fritz Reuter ist in Warnemünde nicht vergessen. Geld wurde gesammelt und gespendet, ein Stein gefunden, zum Steinmetz und schließlich zur Eiche transportiert. Eine alte Bank wurde aufgewertet und mit einer Pflasterung umgeben, eine Erinnerungstafel etabliert. Städtische Ämter, der Ortsbeirat, der Lionsclub, die Tourismuszentrale, etliche Bürger halfen mit Rat und Tat, mit Sach- und Geldspenden. Nach der gelungenen Gemeinschaftsaktion ist die Arbeit nicht zu Ende. Die vier genannten Vereine werden  sich um die Sauberkeit auf dem kleinen Platz kümmern. Vielleicht bietet er sich sogar an, dort mal kleine Lesungen durchzuführen, dort Werke Fritz Reuters in niederdeutschen Sprache wie u. a. Ut mine Stromtid, Dörchläuchting, Kein Hüsung oder Läuschen un Rimels zu Gehör bringen. Und möglicherweise sind dann hin und wieder so wie heute auch der Shantychor De Klaashahns und die sangesfreudigen Damen von der Gruppe SingManTau dabei. Sabine Schubert

Enth├╝llen den Fritz-Reuter-Gedenkstein: Uwe Heimhardt und Edda D├╝wel. Foto: susa

Auch für Vögel ein Zuhause

8. Juli: Wer offenen Auges durch die Lortzingstraße geht, sieht an den Fassaden der Häuser, die gerade rekonstruiert werden, ziegelrote Behältnisse.

Ist das Kunst am Bau? Das fragte die aalglatt-Redaktion Carsten Klehn, Pressesprecher der WIRO. Wir erfahren: Also das sind mehrere Nistkästen für verschiedene Kleinvögel, Meisen zum Beispiel. Außerdem gibt’s Kästen für Fledermäuse. Und auch in den Gauben sind eigens Hohlräume angelegt, die Tieren als Brutplätze dienen.

 Warum? Wieso? Weshalb? Artenschutz steht im Naturschutzgesetz und gilt für alle Bauherren. Um festzulegen, welche einzelnen Maßnahmen im Zuge einer Baumaßnahme erforderlich sind, gibt es eine umfangreiche ökologische Baubegleitung durch ein externes Fachbüro – vor, während und nach den Bauarbeiten (also erst gucken was ist nötig, dann fachgerecht bauen/ umsetzen, und schließlich nachgucken ob das erfolgreich war und die Nistkästen in den Folgejahren angenommen werden.).

Derzeit werden die Wohnungen in der Warnemünder Lortzingstraße 6 bis 8 von Grund auf renoviert. Unter anderem wurde die alte Kellersohle rausgestemmt und eine neue eingebaut, damit der Keller nun wasserdicht ist. In den Etagen erneuern Arbeiter die Decken, verändern Grundrisse, bauen das Dachgeschoss aus. Bäder, Fenster, Heizungen, Elektro, Fassade und Dach – die Liste ist lang. Zum Jahreswechsel ist der Klinkerbau aus den 1940er-Jahren wie neu und die 15 Mietwohnungen können bezogen werden.

Seit 2015 saniert die WIRO Block für Block in dem Karree Rostocker-, Lortzing-, Lilienthal-Straße – insgesamt 174 Wohnungen. Knapp die Hälfte der Wohnungen sind schon fertig. Die Planung für die Arbeiten im nächsten Haus, Lortzingstraße 9 bis 10, laufen schon.

Die ziegelroten Beh├Ąltnisse an der Hausfassade sind Nistk├Ąsten. Foto: mkad

Auf der Hohen Düne zu Besuch im Race Office

8. Juli: In der Bootshalle auf der Hohen Düne steht das Siegerpodest der 86.Warnemünder Woche, auf dem jeder Sportler allein oder mit seiner Crew nach erfolgreichem Kampf mit Wind und Wellen gerne stehen möchte.

Heute nahmen Frauen und Männer den Podestplatz ein, die nicht mehr die Tonnen der Regattabahnen kreuzen, sondern mit viel Verständnis, ja Liebe und ehrenamtlichem Engagement im Race Office die Sportler verschiedenster Klassen einchecken für den Wettbewerb auf dem Wasser. Christina Bunge ist eine von ihnen. Seit neun Jahren nimmt die Bilanzbuchhalterin im Silicon Products Bitterfeld ihren Urlaub, um einen winzigen Mosaikstein beizutragen, diese Woche zu einem Höhepunkt für die Segler zu machen. In diesem Jahr hat ihre Chefetage entschieden, sie fünf Tage für Warnemünde frei zu stellen. „Das bedeutet für mich und meine Familie natürlich mehr gemeinsame Zeit im Urlaub.  Es hat sich bis ins ferne Bitterfeld herum gesprochen, dass hier nicht nur Spaß angesagt ist, sondern fairer sportlicher Wettbewerb mit einer Ausstrahlung weit über die Grenzen Deutschlands hinaus stattfindet. Ich freu‘ mich sehr darüber.“ 

Alle neun Mitarbeiter, die von morgens sieben Uhr bis regulär 20 Uhr – manchmal auch länger -  hier als Dienstleister u.a. für die Segler der Mecklenburgischen Bäderregatta, Rund Bornholm, für den Gedser Cup oder die Besatzungen der SeaCups fungieren, sind ein eingespieltes Team, was nicht zuletzt der unaufdringlichen, der klugen Leitung Christinas zu verdanken ist. 

Als Race Office sind sie von der Hohen  Düne aus verantwortlich für alle Start- und Ziel -Aushänge – natürlich elektronisch-, für das Aufnehmen der Proteste, für Haftungsausschlüsse, Sie sind Ansprechpartner für die Jury, für die Organisation der Siegerehrungen, für Registrierungen…..  Aber natürlich ist auch ein Verbandskasten zur Stelle. Sie sind Touristenauskunft, sorgen für leibliches Wohl mit dem traditionellen Bierwagen, geben Fährtickets aus, sind Fundbüro... Und die  Männer im Team haben goldene Hände wenn kleinere Reparaturen an den Booten anliegen, wenn gekrant werden muss.

Verschmitzt gibt Christina Bunge mir noch auf den Weg: " Im nächsten Jahr gehe ich in Rente. Ich werde mit meinem Mann ganz hierher ziehen. Dann ist es noch unkomplizierter im Warnemünder Segelclub und bei der Warnemünder Woche mitzumachen.“ Monika Kadner

 

Ein eingespieltes Team sind die Ehrenamtler seit Jahren: v. l. Dorothea Nehrenberg, Holger Martens, Christina Bunge, Christina Goldschmidt, Olaf Gl├Ąser und vorn Wilfried Bunge. Foto.mkad

Bautagebuch Landessportschule (45)

Der Optimismus bleibt zur 86. Warnemünder Woche

6. Juli: Vom schmucken Neubau der Jugendsportschule im Fokus des Regattageländes auf der Mittelmole sollte jetzt, zur 86.Warnemünder Woche,  eigentlich schon mehr zu erahnen, zu sehen sein.  Stattdessen im Ostseewind flatternde Dämmung.  Ein Blickfang, der einfach nicht zu der guten Stimmung passen will. Eine Firma, die diese Arbeiten nicht packte, zieht einen ganzen Einsatz von Gutachtern, Streit, Terminverzögerungen nach sich. Wir berichteten im Bautagebuch Nr. 44.

Heute erfahren wir von den Rostocker Architekten und der Bauaufsicht, dass die Fassade jetzt an den ersten Bereichen mit den geplanten weißen Platten verkleidet werden kann. Dies betrifft zunächst die Ostfassade des Hauptgebäudes (in Richtung Seekanal) und die Nord- und Ostseite der Bootshalle.

Die beschädigte Dämmung wird natürlich vorher überarbeitet und dann auch für jeden Bereich („auf jedem Zentimeter“) genau kontrolliert. Der Gutachter begleitet das Vorhaben weiter. Das erfolgt jetzt sukzessive für die einzelnen Fassadenseiten. Auf Grund der parallel laufenden Arbeiten für die Außenanlagen und deren Abläufe wird jedoch die Fassade in Richtung Alter Strom und in Richtung Yachthafen / Ostsee erst etwas später fertig sein.

Im letzten Bautagebuch (44) schrieben wir nach den Informationen der Bauaufsicht, dass die Bootshalle theoretisch schon heute nutzbar wäre (Tore sind eingebaut / der Boden ist gepflastert). Trotzdem hat sich der Bauherr gegen eine Nutzung entschieden, da sie aus Gewährleistungsgründen keine vorgezogene Teilabnahme dieses Bereiches machen wollen, so die Spezialisten. Eine Abnahme wäre immer ein Übergang der kompletten Verantwortung für diesen Bereich an den Bauherren und ein Risiko, das keiner übernehmen will (Beschädigungen / Sicherheit innerhalb der laufenden Baustelle usw.) .

Daher wird auch in diesem Jahr nochmal mit Zelten / Pagoden u. a. zur Warnemünder Woche gearbeitet. Gemeinsam mit den Segel- Fachjournalisten  ist die aalglatt Redaktion wieder vor Ort  mit  dabei.        Monika Kadner

 

 

Schafskälte drückte Temperatur auf 8 Grad Celsius

Einen Juni-Wetterrückblick für Warnemünde gibt der Dipl.-Ing. für Meteorologie Rudolf Kemnitz vom Deutschen Wetterdienst

2. Juli: Irgendwie kam der Juni wie der April daher. Woran lag es?

Schaut man sich den Temperaturverlauf im Juni der vergangenen fünf Jahre an, fällt auf, dass es in diesem Jahr doch recht kühl zuging. Zwar lag die Monatsmitteltemperatur von 16,6 Grad 1,6 Grad über dem langjährigen Mittelwert, aber um die Monatsmitte sanken die Temperaturen in den einstelligen Bereich bis auf 8,0 Grad am 13. Juni. Somit traf in diesem Jahr die Singularität der Schafskälte voll zu, die zu einem Temperaturabfall in der ersten Hälfte des Monats führt. Zum Ende des Monats wurde am 27. Juni der einzige heiße Tag (30 Grad und mehr) mit einer Monatshöchsttemperatur von 32,2 Grad registriert.

Gefühlt regnete es unentwegt. Was sagen die Zahlen?

Während der Juni in den vergangenen Jahren eher trocken ausfiel, wurden in diesem Jahr mit 81,3 l/m²  tatsächlich überdurchschnittliche Regenmengen gemessen. Der Höhepunkt wurde am 29. Juni mit einer Tagesmenge von 18,9 l/m² erreicht. Das übliche Soll von 59,0 l/m² wurde um 38 Prozent übertroffen

Erfüllte die Sonne ihre Aufgabe?

Die Sonnenscheindauer scherte weder nach oben, noch nach unten aus und erreichte mit 243,5 Sonnenstunden 98 Prozent des langjährigen Klimawertes von 247,4 Stunden.

 

 

 

Sie haben „JA“ gesagt

29. Juni:  Ob die beiden Warnemünder Liza und Matthias Kammel überhaupt die zwölf Glockenschläge unserer guten alten Kirche gehört haben, als sie heute Mittag die festlich geschmückte Vogtei am Alten Strom  betraten? Um 12.15 Uhr haben sie „JA“ gesagt.

Sie waren so aufgeregt. Und eigentlich hätte Matthias den schmucken Anzug gerne für seine bequeme Uniform getauscht, die er in den Ruderständen der Warnow Personenschifffahrt , so heißt die OHG ganz offiziell, also auf den Fahrgastschiffen trägt. Doch heute waren Schlips und Kragen gefragt; und alle Familienmitglieder  strahlten mit der Sonne um die Wette. Was kann es Schöneres als ein Hochzeit geben!

Auf den drei zum Unternehmen gehörenden Schiffen „Markgrafenheide“, „Schnatermann“  und „Warnow Star“ haben heute befreundete Kapitäne das Ruder übernommen. „Wir sind Dienstleister für die Touristen. Besonders jetzt in der Saison möchten viele die Umgebung vom Wasser aus erkunden," so der Senior, Kapitän Reinhardt Kammel, der allerdings heute gemeinsam mit seinen Kindern und deren Kindern, mit Verwandten und Freunden an Land auf das Glück des jungen Paares anstößt.   mkad  

 

Liza und Matthias Kammel haben sich heute in der Vogtei das Ja-Wort gegeben. Foto:mkad

Swing und Jazz im Hotel Neptun

26. Juni: Der legendäre „NDR Jazztime-Bigband-Ball MV“ für alle Freunde der klassischen Ballnacht ist zurück. „Auf vielfachen Wunsch unserer Gäste lassen wir diesen beliebten Ball wieder aufleben“, freut sich Guido Zöllick, General Manager des Warnemünder Hotel Neptun: „Am 23. November ist es soweit. Dann können alle Fans nach feinstem Bigband-Sound das Tanzbein schwingen und sich von unserem Team kulinarisch verwöhnen lassen!“ Auch die Andreas Pasternack Big Band und Stargast Ben Mayson versprechen: „Tanzen, Tanzen, Tanzen ist unser Programm“. Präsentiert wird der Abend von NDR 1 Radio MV und dem Nordmagazin. Big Band-Chef Andreas Pasternack und der Direktor des NDR-Landesfunkhauses Joachim Böskens, deren gemeinsam moderierte Radiosendung „Jazztime“ absoluten Kultstatus in Mecklenburg-Vorpommern genießt, entwickelten vor sechs Jahren die Idee zu dieser „Jazztime“ im Live-Gewand.

Ganz im Stil des eleganten Wiener Opernballs oder eines turbulenten Abends in Las Vegas wird Rostocks Bigband ihre Gäste durch eine rauschende Ballnacht geleiten. Im Repertoire klassische Jazzstandards, Soul-, Rock- und Pophits sowie brillant arrangierte moderne Jazzstücke. Eine vielfältige Stilmischung, die von 16 ausgezeichneten Instrumentalisten und fünf Sängerinnen und Sängern in Szene gesetzt wird.

Das passende Entrée liefern die „Sharks Moove“ in bewährter Manier. Im New Orleans-Blas-Stil werden die rund 300 Gäste von Fritz Mikefoun und seinen Musikern im Foyer des Hauses musikalisch begrüßt. Jazzlady Jacqueline Boulanger und Funkhaus-Chef Joachim Böskens führen als charmantes Moderatoren-Duo durch den Abend und eröffnen den Ball gemeinsam mit Hoteldirektor Guido Zöllick.

Highlight des 20. Balls ist der Soul- und Jazzsänger Ben Mayson. Der Entertainer mit liberianischen Wurzeln steht seit mehr als drei Jahrzehnten auf Deutschlands Bühnen und lernte sein Handwerk in Häusern wie der „Deutschen Oper Berlin“, im „Theater des Westens“ oder im „Wintergarten Varieté“. Seine Liebe zu Jazz- und Soulmusik und die Zusammenarbeit mit Künstlern der internationalen Gospelszene prägten seinen Gesangsstil. Eine ganze Reihe renommierter Künstler luden ihn zu ihren Plattenproduktionen ein, darunter Stars wie Rio Reiser oder Mousse T. Mayson ist in verschiedenen Projekten zu erleben, etwa „Gospel meets Soul & Classics“ mit Felicia Taylor, der Ehefrau von Peter Maffays Bassisten Ken Taylor, und seit einigen Jahren das Projekt „Panta Rhei“ mit Musik-Legende Henning Protzmann, dem Gründungsbassisten von Karat. Mit Protzmann feierte er gerade dessen 60. Bühnenjubiläum.

Karten gibt es beim Pressezentrum Rostock unter www.mvticket.de/shop oder telefonisch: 0381 - 491 79 22.

Freuen sich auf den Ball: Andreas Dietz sowie die K├╝nstler Andreas Pasternack und Jaqueline Boulanger sowie Hoteldirektor Guido Z├Âllick . Foto: Silke Greven

Sorgen eines alten Kapitäns

21.6.  Unser guter alter Harry! Heute steht er mit seinen 86 Jahren mal wieder am Ruder der „Markgrafenheide“. „Solange mir die Seeberufsgenossenschaft das O.K. gibt, schipper ich gerne auf der Warnow. Ich kenn‘ sie doch wie meine Westentasche und rosten will ich doch nicht im stillen Kämmerlein!“ ergänzt Harry verschmitzt, dessen Familienname Grahl ist. Die Matrosen auf dem Fahrgastschiff der Reederei Kammel freuen sich, wenn der alte Warnemünder mal Vertretung macht, denn in der Kaffeepause hat er immer mal ein paar Döntjes parat.

Doch Harry strahlt nicht nur seine Fahrgäste und Kollegen an. Er hat Bauchschmerzen, wie er mir am Stromanleger erzählt. „ Wenn das mein Schulfreund Ulrich Müther erleben würde, wie sein Teepott verschandelt wird. Er war in der Schule zwei Jahre über mir und schon damals ein ganz Schlauer und toller Kumpel. Uli würde sich im Grab umdrehen.  Das ganze Erdgeschoss ist eine einzige Werbefläche für Bier. Ein Bierwagen lehnt sich an den Teepott an und versperrt auch noch gleich den Zugang zum Strand. Für den Ortsbeirat war bei der Begehung des Müther Bauwerks neulich alles in Ordnung.“ Harry runzelt die Stirn. „Warnemünder hätten sich so einen Umgang mit einem Denkmal nicht erlauben dürfen. Sie wären sicherlich auch gar nicht darauf gekommen!“

Harry ruft die Schiffsglocke ans Ruder. Ab geht‘s zur nächsten Hafenrundfahrt.Fröhlich gelaunte Fahrgäste hören gespannt zu, was der alte Kaptän zu erzählen hat.  Der verkneift es sich allerdings vor den Touristen seinen Ärger kund zu tun. „Ich will ja nicht das eigene Nest vor Fremden beschmutzen.“ Lieber schwärmt er  über sein Warnemünde, damit sie auch im nächsten Jahr wieder auf dem Dampfer anheuern wollen. Monika Kadner

Am Strand Sport, Kultur und Kulinarik

7. Juni: Der Warnemünder Strand unterhalb des Teepotts verwandelt sich wieder in ein Eldorado für Sport- und Kulturbegeisterte. Und dieses Eldorado trägt seit 2024 einen neuen Namen: Von nun an heißt es Strand Arena Warnemünde statt SportBeachArena. Und auf dem dortigen Sand sowie daneben in der Wal-Bar dürfen Gäste und Einheimische sich in den kommenden drei Monaten über zahlreiche Höhepunkte freuen. Insgesamt werden zwischen Diedrichshagen und Rosenort 23 Strandbewirtschafter kühle Getränke und kleine Speisen servieren, Unterhaltungsformate oder Wassersport anbieten. Zudem stehen den Gästen an Rostocks Stränden wieder 2200 Strandkörbe zur Verfügung.

„Wir freuen uns auf eine fantastische Saison und zahlreiche Höhepunkte. Ob an der Wal-Bar, im Supreme Surf-Beachhouse oder der neuen Seayou-Strandbar in Markgrafenheide: Das Angebot der Strandbewirtschaftenden ist in diesem Jahr wieder sehr vielfältig und birgt einige Überraschungen", sagt Rostocks Tourismusdirektor Matthias Fromm.

DFB, DLRG und Public Viewing

Direkt unter dem Teepott erhebt sich seit 1. Juni die Strand Arena Warnemünde aus dem feinen Sand. Dort werden hochwertige Wettkämpfe wie der Ballfreunde Beachhandball Cup (21.-23. 6.), der DLRG-Cup (18.-20. 7.), die Deutsche Beachsoccer Meisterschaft (16. bis 18. 8.) oder das Fitness-Event „Battle the Beach" (23. bis 25. 8.) ausgetragen. Bis zu 1260 Menschen können die Events auf den dafür errichteten Tribünen erleben. Besonderes Highlight: Public Viewing. Zur Fußball-EM werden ab 14. 6. (Eröffnungsspiel Deutschland gegen Schottland) ausgewählte Spiele auf einer Leinwand mit einer Größe von 5x3 Metern zu erleben sein.

Strand Arena Warnemünde statt SportBeachArena

In den vergangenen Jahren hieß das Areal noch SportBeachArena. Warum es zur Namensänderung gekommen ist? In der Vergangenheit sei es oft zu Verwechslungen mit dem AOK Active Beach, dem Sportareal auf Höhe des NEPTUN Hotels, gekommen. „Über den neuen Namen vermitteln wir einerseits die regionale Verortung und andererseits, dass wir eine Veranstaltungslocation sind, die nicht nur auf Sportevents beschränkt ist. Im Verbund mit der Wal-Bar bieten wir auch ein vielfältiges Kulturprogramm", sagt Ulrike Döring, Leiterin derStrand Arena Warnemünde und der Warnemünder Woche. Unterstützt wird die Arena von der Hanseatischen Brauerei Rostock.

Zweites Jahr für Mini-Festival

Seit 2022 begeistert die vom DOCK INN Hostel organisierte Wal-Bar Einheimische und Gäste der Stadt mit rustikaler Holzbar, Konzertcontainern, Liegestühlen, moderner Kulinarik, einem Festzelt für unterschiedlichste Formate und der markanten Wal-Skulptur an einem der schönsten Orte Rostocks. Zu dieser gesellt sich in diesem Jahr noch ein hölzerner Haikopf.

In diesem Jahr werden hier mittwochs ab 20 Uhr wieder Konzerte lokaler Künstler präsentiert. Zum zweiten Mal wird vom 2. bis 4. August außerdem das High SEAciety-Festival veranstaltet. Diesjähriger Headliner ist die aus Vorpommern stammende Band „Hinterlandgang", deren Bühnen deutschlandweit aktuell immer größer werden.

Möwen-Police für neue Burger- und Sandwichvariationen

Das Rap-Duo tourt aktuell mit dem Album „Rosa Mitsubishis" und macht in diesem Rahmen auch am Warnemünder Strand Halt. Weitere Acts werden für Überraschung sorgen. „Wir werden dort Künstler und Künstlerinnen begrüßen, denen wir eine große Zukunft zutrauen", verrät Christoph Krause, Leiter der Wal-Bar.

Zur Hanse Sail wolle man in der Wal-Bar ein frisches Konzept und eine aufregende Veranstaltungsfläche präsentieren - mit Musik, Filmcontest und tollem kulinarischem Angebot. Dieses kommt in diesem Jahr übrigens von Nemo Borowski, den viele durch seinen Food-Truck als „Mister Cheese Raclette" kennen können. Serviert werden ganz individuelle Burger-, Sandwich- und Salatvariationen. „Das ist wirklich außergewöhnlich gut und ich freue mich, dass er unser Angebot in der Wal-Bar bereichert", sagt Krause. Und das Essen ist sogar versichert, dank der ARAG Versicherung. So erhalte jede Person, dessen Essen Opfer von Möwen wurde, kostenfrei eine neue Portion.

 

 

Ausflugs-Tipps

 Geschichte des Ostrocks in Kröpelin

25. März 2022:. Das Ostrockmuseum Kröpelin ist einen Ausflug wert. Es wurde am 3. Juli 2015 eröffnet. Das Museum ist das erste und bislang einzige in Deutschland, das sich ausschließlich mit der Geschichte des Ostrocks als Teil der Unterhaltungsmusik der DDR und der ehemaligen osteuropäischen Länder widmet.

Eine der Grundlagen für das Museum ist der Fundus des Berliner Vereins „Sechzig-Vierzig“, der seit Jahren versuchte, seine Sammlung an einem festen Ort zu präsentieren. Nach mehrjährigen Bemühungen wurde am 26. April 2013 die Sammlung des Vereins schließlich an das Ostrockmuseum übergeben. Das Ausstellungskonzept entstand unter Beteiligung der Studiengänge Innenarchitektur sowie Kommunikationsdesign und Medien der Hochschule Wismar.

Gemeinsam mit Stadtbibliothek und Stadtmuseum wird das Ostrockmuseum durch die Stadt Kröpelin verwaltet. Die Gestaltung und Betreuung der Sammlung obliegt einem dreiköpfigen Kuratorium, bestehend aus Reinhard Dankert, Rüdiger Kropp und Thomas Lehner.  Das Ostrockmuseum ist ein interaktives Erlebnismuseum. Es ermöglicht dem Besucher einen Einblick in Geschichte und Hintergründe des Ostrocks. So erschließt sich seine Geschichte bei einem Rundgang durch das Museum als Mischung aus Information, Medien und Erlebnis. Dazu gehören auch Veranstaltungen und Sendungen wie etwa Franks Beatkiste vom 25. Oktober 2015, die in Zusammenarbeit mit dem Ostrockmuseum entstand.

Wegen der Vielzahl vorhandener Objekte sowie der räumlichen Begrenzung auf eine Etage entschied man sich gegen eine chronologische Darstellung der Ostrock-Geschichte. Stattdessen wird in jedem Raum ein thematischer Bereich dargestellt, in den dazu vorhandene Objekte und Informationen integriert sind. Ein thematischer Bereich des Museums ist beispielsweise ein Plattenladen. Hier werden Mobiliar und Angebot eines typischen Plattenladens in der DDR gezeigt. Neben multimedialer Information gibt es die Möglichkeit, Langspielplatten aufzulegen und zu hören. Diverse Geräte für das Abspielen von Tonbändern und Langspielplatten werden ausgestellt. Das Wandbild zeigt eine typische Szene aus dem Alltag der DDR. Wenn es begehrte Langspielplatten zu kaufen gab, dann bildeten sich schnell vor den Geschäften lange Schlangen. Das Bild zeigt eine solche vor dem Laden in der Kröpeliner Straße von Rostock Mitte der 1980er Jahre.

Das Ostrockmuseum (Telefon: 038292 82384) befindet sich in Kröpelin in der Hauptstraße 5. Über die B105 erreicht man es von Warnemünde aus in ca. 20 bis 25 Minuten mit dem Auto. 

Öffnungszeiten des Museums: Montag von 10 bis 12 und von 13.30 bis 17 Uhr, Dienstag von 10 bis 12 und 13.30 bis 18 Uhr, mittwochs geschlossen, Donnerstag von 10 bis 12 und von 13.30 bis 17 Uhr, freitags von 10 bis 12 und von 13.30 bis 16 Uhr, Karfreitag und Ostermontag geschlossen. Der Eintritt in das Ostrockmuseum kostet drei Euro und berechtigt gleichzeitig zum Besuch des im gleichen Haus befindlichen Stadtmuseums.

 

 

Auf der Wanderung durchs Nebel-Durchbruchstal kommt man vorbei am Kneipp-Wanderweg, wo man den F├╝├čen ein wohltuendes Bad g├Ânnen sollte.

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Wanderung im Nebel-Durchbruchstal

21. Mai: Mit dem Auto von Warnemünde fährt man - je nachdem, wo man parken möchte - etwa  60 bis 70 km bis zum Nebel-Durchbruchstal. Über die A 19 mit Abfahrt Richtung Krakow am See erreichen wir den Ausgangspunkt der Wanderung.

Es gibt mindestens drei Möglichkeiten die Tour zu beginnen:

  1. Parkplatz vor dem Einkaufsmarkt in Kuchelmiß. Hier kann man sich noch etwas zur Stärkung oder für ein Picknick kaufen.
  2. Parkplatz an der Wassermühle in Kuchelmiß. Die ist aber Corona-bedingt zurzeit geschlossen.
  3. kleiner Waldparkplatz nördlich von Serrahn

Beginnt man beim Parkplatz am Einkaufsmarkt, so führt rechts parallel zur Straße nach Krakow ein kleiner Weg vorbei an drei Wohnhäusern. Dann geht es weiter über eine kleine Brücke, die uns über das Moor in Richtung Wassermühle Kuchelmiß bringt. Man kommt vorbei an den Resten der mittelalterlichen Anlage der Turmhügelburg. Die Wassermühle darf man leider derzeit nur von außen besichtigen und auch die Toiletten sind geschlossen. Man kann aber weiterhin auf dem Gelände die Fischtreppen besichtigen und einen Eindruck von der Strömung der Nebel erleben. Einen kleinen Picknickplatz gibt es dort auch, so dass man sich in der Natur stärken kann. Auf einer Infotafel wird erklärt, wie das Nebel-Durchbruchstal entstanden ist.

An den Resten eines alten Schlosses - es sind nur noch einige alte Skulpturen zu sehen - und den Fischteichen vorbei gelangt man zu einem Hofcafé. Folgt man einem gepflegten Waldweg, dann erreicht man eine Brücke, die nach Serrahn führt. Hier kommt man auch am Waldparkplatz vorbei.

Der Ort Serrahn hat eine kleine Kirche und eine alte Schmiede als Sehenswürdigkeiten zu bieten. Danach sind wir wieder über den Waldparkplatz in Richtung der Nebel gewandert. Aber dieses Mal nicht über die Brücke nach Kuchelmiß, sondern wir haben den Waldweg parallel zum Flüsschen in östlicher Richtung gewählt. Der Weg ist leicht hügelig, aber dennoch gut zu laufen. Ein paar Bänke laden zudem am Weg zum Verweilen ein. Hier hat die Nebel allerdings einen wilderen Charakter. Ihre Strömung kann man von der Brücke aus wunderbar erleben.

Geht man dann weiter geradeaus, gelangt man zum Kneipp-Wanderweg. Er ist aus einem kleinen Nebenarm der Nebel entstanden. Ihn sollte man unbedingt ausprobieren. Der sandige Untergrund tut den Füßen gut und das Wasser ist sehr klar. Aber das Kneippen stärkt nicht nur die Gesundheit, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden. Ein Picknickplatz lädt hier erneut zum Verweilen ein. Der Weg durch den Wald führt dann an den Teichen vorbei wieder zurück zum Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Der Wald war durch die vielen Anemonen besonders schön in diesem Jahr. Ein herrliches Stück heimischer Natur. Der Weg ist gut ausgeschildert und für die rund 16 km, die wir in aller Ruhe mit einem Picknick bewältigt haben, waren wir gut vier Stunden unterwegs. Für Rollstuhlfahrer ist diese Wanderung allerdings nicht geeignet. Leider konnten wir auch keine geöffneten Toiletten finden..

Für Familien mit Kindern ist diese Wanderung ohne weiteres zu schaffen, gibt es doch überall etwas in der Natur zu entdecken. Jedoch sollten Familien mit Kindern auf den Abstecher nach Serrahn verzichten, weil man dafür an der Straße in den Ort gehen muss.  Unterwegs für aalglatt-Leser war: Hanne Hoppe

 

 

Wismar und seine Schätze

Ein Ausflug in die benachbarte Weltkultur-Stadt

Warum nicht mal Wismar besuchen? Ist nicht weit von der Hansestadt Rostock mit dem Seebad Warnemünde entfernt und eine wunderschöne Stadt mit mächtigen Backsteinkirchen, liebevoll sanierten jahrhundertealten Häusern aus der Gotik, dem Barock und dem Klassizismus.  Tierpark, Museen und ein malerischer Hafen mit Speichern und diversen Restaurants laden zum Bummeln ein. Fischkutter, deren Besatzungen leckere Fischbrötchen und fangfrischen oder geräucherten Fisch anbieten, sind ebenfalls erlebenswert. Die Hansestadt Wismar trägt zu Recht das Siegel des Weltkulturerbes.

Jetzt im noch sonnigen Corona-Herbst zieht es viele Touristen aus scheinbar vor allem südlichen Bundesländern an die Küste. Zumindest ihre Dialekte legen das nahe. Sie beobachten interessiert vom Außenbereich der Hafenlokale das Kommen und Gehen der anderen Touristen sowie das Verhalten der gefräßigen Möwen, die gern im Sturzflug den ahnungslosen Passanten das Fischbrötchen entreißen wollen. Amüsant, wenn die Möwen Sieger bleiben und man das eigene Brötchen schon sicher im Magen hat. Wenn es kein Fischbrötchen sein soll, kann man wunderbar in der Nähe des Alten Hafens am Lohberg im Brauhaus Durst und Hunger stillen. In dem Fachwerkspeicher ist schon 1452 Bier gebraut worden. Allerdings führt eine mehrstufige Treppe ins Gebäude hinein.

Wismar ist aber auch ein lohnendes Besuchsziel, wenn man mit den Enkeln einen Ausflug planen möchte. Sie tauchen in der Altstadt ein ins Mittelalter, sehen mit Giebel- und Traufenhäuser die Architektur vergangener Jahrhunderte und erfahren auf Schrifttafeln oder Plaketten an den aufwändig sanierten Häusern viel über die Geschichte Wismars und ihrer Bewohner.

Ein Ziel sollte unbedingt der 80 Meter unübersehbar hohe Turm der Marienkirche sein. Das einst mächtige Kirchenschiff wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und erfuhr wie etliche Sakralbauten in der ehemaligen DDR dasselbe Schicksal. Die Marienkirche, die Anfang des 14. Jahrhunderts auf den Mauern einer rund 100 Jahre alten kleineren Vorgängerkirche errichtet wurde, fiel 1960 der Sprengung zum Opfer. In Wismar sind wenigstens ihre Konturen wieder sichtbar im Boden entstanden. Teil des Forums an der Kirche ist neben moderner Kunst ein Metallmodell. Es zeigt, wie sich die ehemalige Ratskirche über Jahrhunderte präsentiert hat.

Besonders interessant für Kinder ist aber der 3-D-Film „Bruno Backstein“, der wie die Dauerausstellung „Wege zur Backsteingotik“ im Turm sehr spannend den Bau dieser gotischen Kirche erklärt. Bei einer Führung offenbart sich in 67 Metern Höhe ein wunderbarer Blick über die Altstadt und der Besucher erfährt weiteres Wissenswertes zur Kirche und zur Welterbe-Stadt Wismar.

Vor dem Kirchturm sind Modelle zu sehen, in denen Ziegelsteine geformt worden sind, die für den Bau verwendet wurden. Bruno Backstein erklärt im Film auch, wie die Bauleute es schafften, ohne Kran, dafür mit einem imposanten hölzernen Rad und Seilen die Steine in die Höhe zu transportieren. Der Nachbau dieses Rades vor der Marienkirche verdeutlicht den großen und kleinen Besuchern die meisterlichen Fertigkeiten der mittelalterlichen Baumeister, aber auch das mühevolle Bauen.

Der Film dauert etwa 15 Minuten. Der Eintritt inklusive Turmführung kostet für Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 2 Euro.

Ein Muss ist auch der Besuch der St.-Georgen-Kirche, eine der drei Hauptkirchen und die größte der Hansestadt. Auch sie ist ein Meisterwerk der norddeutschen Backsteingotik. 1594 wurde sie nach mehrfachen Veränderungen fertiggestellt. Baubeginn soll allerdings schon Ende des 13. Jahrhunderts gewesen sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde auch dieser Sakralbau stark beschädigt, aber in der DDR glücklicherweise nicht gesprengt. Nach der Wende wurde die St.-Georgen-Kirche ab 1990 mit Unterstützung der Stiftung Denkmalschutz und örtlicher Betriebe wiederaufgebaut und 2010 als Gotteshaus und Kulturkirche feierlich wiedereröffnet. Kultur findet auch jetzt statt. So gastiert Ben Becker am 30.Oktober mit „Ich, Judas“. Viele weitere Veranstaltungen sind geplant – sofern Corona es zulässt.

Die Aussichtsplattform Von St.-Georgen in 35 Metern Höhe bietet einen eindrucksvollen Rundblick auf Wismar, die Gassen und Straßen der Altstadt, die Ostsee, den Hafen und die MV-Werft. Die Fahrt mit dem Lift kostet für Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 2 Euro. Kinder bis 6 Jahre fahren gratis.

Neben der Kirche liegt der Fürstenhof, die im 16. Jahrhundert errichtete Sommerresidenz der mecklenburgischen Herzöge in Wismar. Ein Blick in den Innenhof lohnt sich. Heute beherbergt das schön sanierte Bauwerk das Amtsgericht der Hansestadt.

Bei einem Gang durch die Altstadt gibt es viele weitere lohnende Ziele. Doch wer sich die Ausstellung und die Einrichtung in dem sehr informativen Welt-Erbe-Haus an der Lübschen Straße angesehen hat, sollte noch an der Grube entlangspazieren. Sie ist eines der ältesten städtischen Wasserläufe Deutschlands und dann in einem der Cafés am Marktplatz Füße und Kopf entspannen. Auch dort gibt es mehrere historische Bauwerke zu bewundern. Schließlich ist die Stadt nicht umsonst von der UNESCO ausgezeichnet worden. Und weil man an einem Tag nicht alles Sehenswerte in Wismar erleben kann, sollte man sich - solange das Wetter mitspielt – unbedingt noch einmal auf den Weg dorthin machen.

Doch was hat dem zehnjährigen Theo am besten in der ehrwürdigen Hansestadt gefallen? „Der Blick von der Georgenkirche war cool.“ Eigentlich wollte er die Wendeltreppe zur Plattform hochsteigen. Doch die war gesperrt, weil man in Corona-Zeiten dort keinen nötigen Abstand halten kann. „Aber auch der Film in dem anderen Kirchturm war wirklich spannend“, empfiehlt Theo.

Unterwegs für aalglatt-Leser war: Ingrid Feuerstein

Die Marienkirche und St.-Georgen-Kirche öffnen von Oktober bis März täglich von 10 bis 16 Uhr. Der Turm von St. Marien kann nach Anmeldung (Telefon: 03841-2510) bestiegen werden.

├ťber die Rapsfelder hat man einen tollen Blick auf den Leuchtturm Bastorf.

Rund um den Leuchtturm Bastorf

13. Mai: Unser Ausflug führt von Warnemünde nach Bastorf. Mit dem Auto erreicht man den dortigen Leuchtturm in etwa 45 Minuten. Die Fahrt führt in diesen Tagen vorbei an herrlich blühenden Rapsfeldern, die so richtig tolle Fotomotive bieten. Rasch ist der Parkplatz am Leuchtturm erreicht.  Der Turm befindet sich zwischen den Ostseebädern Kühlungsborn und Rerik und oberhalb von Kap Bukspitze, weshalb er auch Buk genannt wird.

 Diese Landspitze weist eine Geländehöhe von rund 78 Metern über dem Meeresspiegel auf. Die Höhe des Leuchtturms beträgt 20,8 m, sodass sich eine Gesamtfeuerhöhe von etwa 95,3 m ergibt. Somit ist der Leuchtturm Buk zwar einer der kleinsten deutschen Leuchttürme, hat aber das höchste Leuchtfeuer, dass an den deutschen Küsten zu finden ist.  Während er für die Seefahrt eine notwendige Navigationshilfe ist, hält er für Besucher nach dem Erklimmen der 55 Stufen einen grandiosen Ausblick bereit. Schaut man in nordöstliche Richtung, kann man das heimische Warnemünde sehen. Bei einem Blick nach Westen entdeckt man  Rerik und die Wismarer Bucht  Bei klarer Sicht soll man sogar die Insel Fehmarn  und dänische Inseln sehen. Leider ist der Turm derzeit aber für Besucher noch geschlossen.

Nicht so tragisch, denn wir umwandern ihn ganz einfach Die Strecke beträgt etwa 4,8 Kilometer, die auch für nicht so professionelle Wanderer machbar ist.  Start und Ziel ist für uns der Parkplatz unterhalb des Leuchtturms. Auf einem schmalen Pfad mit einer tollen Aussicht geht es entlang des Parkplatzes in Richtung Kägsdorf. Weiter führt unsere Tour auf der Straße durch den Ort, der durchaus interessante Häuser aufweist. So beispielsweise ein Gutshaus auf der rechten Seite.  Am Ende des Ortes führt eine schmale  Straße in Richtung Kühlungsborn,  bevor uns dann der erste Weg rechts wieder zum Leuchtturm bringt .

Angekommen, lohnt es sich den Picknick-Korb auszupacken oder unbedingt das Cafe Valentins zu besuchen, das ab 28. Mai freitags, samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr wieder geöffnet ist und wo man endlich wieder den  leckeren Kuchen genießen kann. Nach unserer Stärkung  geht es wieder abwärts bis zum Parkplatz. Und schließlich gut gelaunt zurück nach Warnemünde. Unterwegs für aalglatt-Leser war: Doris Reiber

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